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Philosophische Gedankensplitter für das ganze Jahr

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Der Grund dafür, dass es immer Streit und Missverständnisse gibt, ist der fehlende Respekt für Andere. Lerne, Meinungen und Gefühle Anderer zu respektieren, sodass wir solche Dinge vermeiden können.​
 

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"Wenn man Dankbarkeit und Gelassenheit in seinem Denken kultiviert und damit verstärkt, hat man gute Chancen, weniger Ärger und mehr Glück zu empfinden."

Thomas Hess​

Quelle:
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"Der Mensch verbirgt – zwangsläufig, was er nicht sagen kann,
und freiwillig, was er mit den anderen gemeinsam hat
und was die anderen niemals sagen.
Er imitiert ihr Geheimnis.
Das Identischste, was die Menschen haben,
ist auch das Verborgenste – Sie verbergen ihre Ähnlichkeit …"

Paul Valéry (Aus seinem Buch: "Ich grase meine Gehirnwiese ab. Paul Valéry und seine verborgenen Cahiers")

 

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"Trump war ein Politiker ohne Inhalte,
dafür mit lautem Fanfarenlärm,
und so sieht eben auch sein Ende aus."​

„Sme“, slowakische Tageszeitung, zu den Klagen von US-Präsident Donald Trump gegen das Wahlergebnis

Quelle: HAZ vom 10.11.2020, S. 5
 

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"Langsam und still fallen die restlichen Herbstblätter,
Nebelschleier ziehen über das Land und Stille kehrt ein.
Ich sitze am Kachelofen, machs mir gemütlich
und resümiere über das vergangene Jahr ...."



 

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"Wir müssen zurück zu einem fruchtbaren Dialog kommen.
Wir teilen die gleichen Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Wir können diese nur gemeinsam bewahren und die Dinge in der Welt verbessern -
Das ist sozusagen mein amerikanischer Traum."

Peter Beyer (Transatlantikkoordinator der Bundesregierung)​


Quelle:
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RAINER MARIA RILKE - TAGE


Am 14.11.2020 veröffentlicht

Dichtung von Rainer Maria Rilke für Alfred Walther Heymel Dez. 1907 /
Rezitation: Hannelore Elsner (Foto) /

Anmerkung:

"Es gibt kein ärgeres Gefängnis als die Furcht, einem Liebenden weh zu tun."

R.M.Rilke

Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten, gleiten leise doch in uns hinein, aber wir verwandeln alle Zeiten; denn wir sehnen uns zu sein ....
 

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DURCHHALTEN​



Durchhalten, wie diese Kolumne heißt, hat mit Haltung zu tun. Hilfreiche und bereits beim ersten Lockdown erprobte Haltungen in diesen besonderen Zeiten sind für mich vor allem: Zuversicht. Herausforderungen, die sich mir immer wieder stellen, habe ich bisher ganz gut gemeistert, und so wird es wohl auch in Zukunft sein.

Verantwortungsbewusstsein. Auferlegte Einschränkungen meines Lebens haben einen Nutzen für andere. So kann ich sie leicht tragen.
Spielraum. Jede noch so enge Struktur beziehungsweise Verordnung hat auch Freiräume für persönliche Gestaltungsmöglichkeiten, die ich nutzen kann.


Blick aufs Wesentliche. Durch Reduktion und Verlangsamung sehe ich klarer, was mir wirklich wichtig ist. Das Wesentliche nährt mich dabei in der Tiefe.
Gelassenheit. Es lohnt sich, das Unveränderbare einfach sein zu lassen und anzunehmen. Mein Leben wird nicht besser davon, wenn ich immer dagegen ankämpfe.


ALFRED AICHINGER


Quelle: Salzburger Nachrichten vom 14.11.2020
 

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Das Paradox unserer Zeit - eine kluge Geschichte


Anregende Worte zum Nachdenken und zum Weiterschenken


Das Paradox unserer Zeit


Das Paradox unserer Zeit ist:
Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.

Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.

Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns. Wir machen größere Dinge, aber keine Besseren.

Wir haben die Luft gereinigt, aber die Seelen verschmutzt. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Wir schreiben mehr, aber wissen weniger, wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht warten. Wir machen neue Computer, die mehr Informationen speichern und eine Unmenge Kopien produzieren, aber wir verkehren weniger miteinander.

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung, der großen Männer und der kleinkarierten Seelen, der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen.

Es ist die Zeit des größeren Familieneinkommens und der Scheidungen, der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause.

Es ist die Zeit der schnellen Reisen, der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral, der Beziehungen für eine Nacht und des Übergewichts.

Es ist die Zeit der Pillen, die alles können: sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns.

Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas im Schaufenster zu haben, statt im Laden, wo moderne Technik einen Text wie diesen in Windeseile in die ganze Welt tragen kann, und wo sie die Wahl haben: das Leben ändern - oder diesen Text und seine Botschaft wieder zu vergessen.

Denkt daran, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt, weil sie nicht immer mit Euch sein werden. Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden. Schenkt dem Menschen neben Euch eine innige Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet. Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich" und meint es auch so. Ein Kuss und eine Umarmung, die von Herzen kommen, können alles Böse wiedergutmachen. Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein.

Findet Zeit Euch zu lieben, findet Zeit miteinander zu sprechen. Findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen, denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns des Atems berauben.

Verfasser: Dr. Bob Moorehead
 

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"Es geht nicht um das, was wir tun oder wie viel wir tun.
Sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen."

Mutter Teresa

 

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GIOCONDA BELLI - BITTE KLEIDE MICH IN LIEBE




Am 12.11.2020 veröffentlicht

Dichtung von Gioconda Belli (Foto) /
Rezitation: Jana Pallaske /
Komposition, Arrangement und Produktion: Schönherz&Fleer -AMO- Kleide mich in Liebe /

Anmerkung:

"Ich glaube, die einfache Tatsache zu leben beinhaltet schon die Verpflichtung, etwas für die Zukunft zu tun, für die, die nach uns kommen." (G.Belli)

Kleide mich in Liebe
denn ich bin nackt,
bin unbewohnte Stadt,
benommen von Lärm
taub von Trillern
trockenes Blatt im März.
Umhülle mich mit Freude,
ich wurde nicht geboren,
um traurig zu sein,
die Traurigkeit ist mir
zu weit wie ein fremdes Kleid.

Ich will wieder brennen,
den salzigen Geschmack
der Tränen vergessen,
die Löcher in den Lilien,
die tote Taube auf dem Balkon.

Noch einmal mich wiegen
im wehenden Wind
schäumende Welle
Meer über den Klippen
meiner Kindheit
Sterne in den Händen
lachende Lampe auf dem Weg
zum Spiegel
in dem ich mich wieder schaue
heilen Leibes beschützt
an die Hand genommen
vom Licht von grüner Wiese und Vulkanen
das Haar voller Spatzen
Schmetterlinge sprießen
aus meinen Fingern
Luft nistet in den Zähnen
und kehrt zurück zur Ordnung
des Universums bewohnt
von Zentauren.

Kleide mich in Liebe
denn ich bin nackt.


Siehe auch hier:

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Hubert von Goisern: Dunkelrot


Am 16.11.2020 veröffentlicht

Dunkelrot und Dunkelblau – kühles, distanziertes Sternenlicht einerseits, glühende, wärmende Nähe auf der anderen.
Hubert von Goisern hat auf seinem Album „Zeiten und Zeichen“ beiden Seiten einen eigenen Song gewidmet.
Die warme, gefühlvolle Seite bringt er in „Dunkelrot“ zum Klingen.
Eine sanfte, melancholische Melodie mit einem Text voller Geborgenheit beschwörender Bilder.
Ein Lied für den Winter. Ein feines Lied über die Liebe.

Film by Stefan Wascher / Boot Production

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Dark red and dark blue - cool, distant starlight on the one hand and glowing, warming closeness on the other. Hubert von Goisern has devoted a song to each of these sides on his album "Zeiten & Zeichen", and it is the warm, sensitive side he sets to music in "Dunkelrot". A gentle, melancholy melody with lyrics rich with imagery evoking a feeling of security. A song for the winter. An exquisite song about love.

Film by Stefan Wascher / Boot Production

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Eine gewisse Ungewissheit: Der Tod




Über gelingende wechselseitige Anerkennung und das Wissen um die eigene Endlichkeit​

Der Tod ist uns nicht geheuer. Keiner von den Lebenden hat ihn bereits erlebt und noch ist keiner von den Toten zurückgekehrt, um uns davon zu berichten. Bereits 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung hat es in der antiken Philosophie Überlegungen zum „schauerlichsten aller Übel“1 gegeben. Ein so schauerliches Übel ist der Tod wohlmöglich aufgrund der Ungewissheit, die wir mit ihm verbinden. Dabei ist nicht ungewiss, dass der Tod kommen wird, sondern wir wissen nicht, was das eigentlich heißt. Selbstverständlich gibt es zahlreiche Sagen und Legenden und mindestens ebenso viele religiöse Vorstellungen vom Tod, an die die Menschen glauben. Doch wir wissen nicht, was es heißt, tot zu sein, so wie wir wissen, was es heißt, an einen Eiszapfen zu fassen oder ein Stück Schokolade zu schmecken. Wenn wir von allen Vorstellungen absehen, die sich in Religionen, Sagen und Legenden finden lassen, bleibt ein schnödes „nichts“ übrig – Totsein, das heißt einfach nur, dass man eben nicht mehr ist.

So hat es bereits der alte Grieche Epikur gesehen und fand genau darin einen guten Grund, warum wir uns nicht vor dem Tod fürchten müssen, denn wenn wir ihn nie erfahren können, so wie wir die Kälte eines Eiszapfens oder den Geschmack von Schokolade erfahren können, dann geht uns der Tod gar nichts an. Und wenn wir einmal tot sind, dann werden wir keinerlei Empfindungen mehr haben, mit denen wir die Erfahrung des Todes machen könnten, insofern müssen sich auch die Toten nicht um ihn kümmern. Da wir den Tod immer verpassen, brauchen wir uns nicht vor ihm zu fürchten.

Auch wenn Epikurs Argument stichhaltig ist, bleibt es für viele Menschen ein Problem, dass ihr Leben endlich ist und sie diese Welt eines Tages verlassen müssen. Es gibt, unabhängig davon, ob es gut oder schlecht, sinnvoll oder sinnlos ist, den Tod als ein Übel zu betrachten, Gründe, warum es naheliegend ist, dass wir es tun: Ein Grund ist, dass es eine Diskrepanz zwischen unserem Wissen und unserer Vorstellungskraft gibt, das heißt, wir können das Wissen um unsere eigene Endlichkeit nicht mit einer Vorstellung davon füllen, wie es ist, nicht (mehr) zu sein.

Mit unserem Bewusstsein sind wir zu zweierlei fähig: Zu einem Denken, mit Hilfe dessen wir von uns selbst abstrahieren können und dazu, Dinge erleben und erfahren zu können. Letzteres, der phänomenologische Aspekt unseres Bewusstsein, ist nicht wegzudenken. Wir können uns nicht die Welt denken, ohne dass wir es sind, die sich die Welt denken. Der Versuch, sich den eigenen Tod vorzustellen, bringt uns in einen existenziellen Konflikt, denn gewissermaßen setzen wir uns selbst als etwas Absolutes, obwohl wir wissen, dass wir jetzt zufällig da und bald zufällig nicht mehr da sind.

Das Problem, das wir mit dem Tod haben, ist aber nicht nur, dass wir uns ihn nicht vorstellen können, das trifft vielleicht auch auf andere, vollkommen uninteressante Dinge zu. Problematisch ist auch, dass wir dieser Ungewissheit, die der Tod für uns bedeutet, ausgeliefert sind. Sterbenmüssen heißt, keine Wahl zu haben und keinen Ausweg zu finden. Anders als bei vielen anderen Dingen in unserem Leben, werden wir – wie es derzeit aussieht – keine Lösung dafür finden, die dieses Problem umgeht. Wir werden also durch den Gedanken an den Tod nicht nur in der grundsätzlichsten Weise in Frage gestellt, es steht sogar schon die Antwort auf diese Frage fest.

Wenn wir uns einer Sache nicht sicher sind, ist eine Möglichkeit mit dieser Unsicherheit umzugehen, dass wir nach Anerkennung streben. Diejenige, die darüber unsicher ist, ob sie eine gute Schwimmerin ist, fragt eine professionell ausgebildete Person um deren Einschätzung. Schenkt diese ihr positive Anerkennung für ihre sportliche Leistung, dann ist die Unsicherheit der Schwimmerin wahrscheinlich behoben. Anerkennung verbinden wir gewöhnlich mit positiven Rückmeldungen, mit einem Lob von guten Leistungen, schönen Charakterzügen oder ähnlichem. Anerkennung bedeutet aber auch noch etwas anderes, denn zunächst ist Anerkennen nicht eine positive Bewertung, sondern heißt, dass etwas annehmend zur Kenntnis genommen wird. Wenn man ein Gesetz anerkennt, bedeutet das nicht, dass man das Gesetz gut findet, sondern dass man es wahrnimmt und berücksichtigen wird. Dementsprechend kann Anerkennung auf Aspekte unseres Lebens zielen, die nicht in einer positiven Weise bewertet werden, die aber darin zur Kenntnis genommen werden, dass sie eine Bedeutung für uns haben. Dies gelingt vor allem dann, wenn man aufgrund einer Erfahrung, die man teilt, versteht, um welche Bedeutung es geht. Beispielsweise wenn man gemeinsam in einen Sturm auf hoher See gekommen ist und sich nachher wechselseitig versichert, wie heftig und eindrücklich dieses Erlebnis war.

Anerkennung kann also nicht nur der aktive Teil unseres Lebens erfahren, unsere Handlungen und die Leistungen, die wir hervorbringen, sondern auch der Teil, in dem wir Dinge erleiden, die uns widerfahren. Anerkennen können wir uns im Erleiden der Ungewissheit des Todes, weil wir die Erfahrung teilen, dass wir uns das Nichtsein der eigenen Existenz nicht vorstellen können. Wir teilen eine schauerliche Ungewissheit, die wir eigentlich gar nicht fürchten müssen und die uns trotzdem so sehr beunruhigen kann.

Wenn wir uns wechselseitig darin anerkennen, dass wir dem Sterbenmüssen ausgeliefert sind, ändert das von außen betrachtet nichts. Tot werden wir alle eines Tages sein. Aber wir erleben eine Erwiderung auf die grundsätzlichste Weise, in Frage gestellt zu werden, dadurch, dass ein anderer uns in unserem endlichen Sein anerkennt. Dieses Erleben schenkt uns eine Gewissheit, vergleichbar mit der Kälte des Eiszapfens oder dem Geschmack von Schokolade. Viel ist das vielleicht nicht, aber es ist doch immer noch besser als nichts.

*) Epikur: Von der Überwindung der Furcht, übersetzt von Olof Gigon, dtv Artemis Verlag, München 1991, S. 101.
 

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Philosophische Gedanken über den Tod



„Ich muss sagen, ich habe nie meine Sterblichkeit bezweifelt“, sagte einst der schwedische Philosoph und Schriftsteller Lars Gustafsson über sich selbst. Er starb am 3. April dieses Jahres in Stockholm kurz vor seinem 80. Geburtstag. Der Tod spielte in seinen Romanen stets eine zentrale Rolle. So auch in seinem letzten Buch „Doktor Wassers Rezept“.

"Tod zu sein, ist keine meiner Eigenschaften. Wenn ich tot bin, habe ich keine Eigenschaften mehr. Mein Tod ist eine Eigenschaft der Welt. Ich bin nicht mehr Teil ihres Zusammenhangs.“


Gedanken über den Tod



Der Tod mag ein Irrtum sein, den man aus dem Leben verbannen möchte, doch was immer man auch anstellt, so irrational der Tod auch erscheint, es bleibt nichts anderes übrig, als ihn rational zu akzeptieren. Lars Gustafssons Gedanken kreisen auch in seinem letzten Roman „Doktor Wassers Rezept“ um den Tod.

Als das Buch 2015 in Schweden erschien, war sein Autor 79 Jahre alt und ein Jahr jünger, als die im Mittelpunkt stehende Figur, die gerade 80 geworden ist, als die Handlung einsetzt. Dass er achtzig wurde, dass verdankt Doktor Wasser einem Rezept, nach dem er gelebt hat. Er nahm an Preisausschreiben teil. Wo immer er Rätselaufgaben fand, bei denen er Preise gewinnen konnte, war er dabei. Er löste, was es zu enträtseln gab, verschickte die richtige Lösung und gewann. Das klingt nach einer absurden Lebensphilosophie. Und einen seltsamen Eindruck macht dieser Doktor Wasser durchaus, der sich für einen Gewinnertyp hält. Der Roman wirft die Frage auf, ob ein gelungenes Leben einer mathematischen Formel gleicht: Ist es aufgegangen, wenn so viele wie nur mögliche Siege errungen wurden?
„Also Hegel glaubte ja, dass die Weltgeschichte einen Sinn hat. Viele religiöse Menschen glauben sicher, dass das Universum einen Sinn hat. Ich bin geneigt zu sagen, dass diese ausgedehnten Sinnbegriffe sinnlos sind. In seiner Anschauung über den Sinn des Lebens hat, glaube ich, Friedrich Nietzsche vollkommen recht gehabt: den Sinn geben wir. Den Sinn unseres Lebens müssen wir finden.“



Eine ungewöhnliche Art, das Rätsel des Lebens zu lösen



Auch das eigene Leben hat Doktor Wasser alias Kent Andersson als ein Rätsel verstanden und es auf eine ungewöhnliche Art zu lösen versucht. Als er Ende der neunzehnhundertfünfziger Jahre in einem Wald einen Toten entdeckte, nahm er die Identität dieses aus der DDR stammenden Mannes an, der bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen war. So wurde aus dem Schweden Bo Kent Andersson, der zunächst Lehrling in einer Reifenfabrik war und später als Fensterputzer arbeitete, der Arzt Doktor Kurth Wasser. Kent wuchs in ein anderes Leben hinein. Er wurde ein Anderer und in der Rolle dieses Anderen wird er immer mehr er selbst.

„Ich entschied mich also dafür, ein anderer zu werden, die Eltern und die Erinnerungen und die wenigen Freunde, die ich von zu Hause hatte, aufzugeben. Ich entschied mich dafür, nicht weil ich mir besonders viel von diesem anderen versprach, sondern weil die Verführung, die von der Idee eines eigenen freien Willens ausging, unwiderstehlich war.“ (S. 93f.)
Die aus freiem Willen getroffene Entscheidung, die Identität zu wechseln, gestattet Bo Andersson oder Doktor Wasser, ungeheure Freiheiten. Kent wird als Doktor Wasser zu einem Womanizer, der als Eroberer den Vergleich mit Don Juan nicht fürchten muss. Gustafsson wollte einen philosophischen und zugleich einen erotischen Roman schreiben. Doktor Wasser hat als der Andere keine moralischen Skrupel, wenn er die Frauen reihenweise erobert. Er hat die Wahl. Wie frei man in seiner Wahl ist, diese Frage hat Lars Gustafsson bereits in seinem Roman „Frau Sorgedahls schöne weiße Arme“ von 2009 thematisiert: In welchen Bahnen verläuft das Leben und können wir eventuell ausbrechen, wenn es sich in die falsche Richtung bewegt?

„Wir haben keine Ahnung wo wir uns befinden – das Weltall ist im Großen und Ganzen unerforscht und unbegriffen. Und wir haben keine Ahnung wer wir sind. Offenbar befinden wir uns irgendwo in einer biologischen Evolution. Aber was es eigentlich bedeutet, das wissen wir nicht. Was folgt daraus, dass wir keine Ahnung haben, wo wir sind und wer wir sind? Daraus folgt eine Art Freiheit.“



Zwischen Triumph und Verlust



Als Doktor Wasser lässt sich Kent Andersson auch deshalb auf die unzähligen Amouren ein, weil er sich erst richtig spürt, wenn er eine Frau verführt. Dann weiß er, dass es ihn gibt. Wer allerdings derjenige ist, dem es immer wieder gelingt, eine Frau zu erobern, das weiß er weniger genau. Er braucht die Erfolge bei den Frauen und doch verliert er bei jedem Sieg, den er erringt, ein weiteres Stück seiner selbst.

„Vielleicht habe ich auch das getan und zu Ende gebracht, was er hätte tun sollen? Wetteifere ich mit ihm? Und was wurde aus dem, der an seine Stelle trat? Sein Leben war ja verschwunden. Ich habe es getauscht. Man könnte also sagen, dass ich der bin, der ich bin. Aber ich bin auch der, der ich nicht bin. Die Erfahrung sagt mir, dass es mir nicht sehr gut tut, über diese Paradoxa nachzugrübeln.“ (S. 110)

Doktor Wasser geht schließlich so in seiner Rolle auf, dass er einen anderen Arzt, der wie er das Leben eines anderen geführt hat, den Behörden als Betrüger ausliefert. Zu dieser Zeit führt Doktor Wasser schon ein so eigenständiges Leben, dass er dieses Leben als sein richtiges Leben ansieht und von daher ohne Skrupel ist. Natürlich ist er im Vergleich zu dem Betrüger ein Anderer. Zwar hat auch er ein falsches Spiel gespielt, aber er ist doch richtig und wahrhaftig im falschen Leben angekommen. Wer wollte daran zweifeln?



Leicht daher kommend und doch stets nachdenklich



Auch in seinem letzten Buch „Doktor Wasser Rezept“ hat sich Lars Gustafsson intensiv mit dem Tod auseinander gesetzt. Als Autor wird er mit seinen amüsanten, eher leicht daherkommenden und doch stets nachdenklich stimmenden Romanen weit über seinen Tod hinaus in Erinnerung bleiben.

Tod zu sein, ist keine meiner Eigenschaften. Wenn ich tot bin, habe ich keine Eigenschaften mehr. Mein Tod ist eine Eigenschaft der Welt. Ich bin nicht mehr Teil ihres Zusammenhangs.“

Lars Gustafsson: „Doktor Wassers Rezept“.
 

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RAINER MARIA RILKE - GABEN


Am 24.11.2020 veröffentlicht

Dichtung von Rainer Maria Rilke ersch. 1898 /
Rezitation: Patricia Kaas (Foto) /
Kompostion, Arrangement und Produktion: Schönherz&Fleer -RilkeProjekt- /

Anmerkung:

Die Lage eines Menschen ändern, bessern wollen, heißt, ihm für Schwierigkeiten, in denen er geübt und erfahren ist, andere Schwierigkeiten anbieten, die ihn vielleicht noch ratloser finden.

Das ist mein Streit: Sehnsuchtsgeweiht durch alle Tage schweifen. Dann, stark und breit, mit tausend Wurzelstreifen tief in das Leben greifen - und durch das Leid weit aus dem Leben reifen, weit aus der Zeit!

R.M.Rilke
 

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"Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist:
beim Erwachen daran zu denken,
ob man nicht wenigstens einem Menschen eine Freude machen könne."

Friedrich Nietzsche

 

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„Bevor wir andere auffordern oder belehren wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen.
Etwas bei sich selber zu verändern ist aus meiner Sicht die eigentliche Herausforderung und verspricht zugleich den größten Erfolg“

Ewald Lienen​
 

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Zuversicht weitergeben



"Es tut gut, in der heutigen Zeit der widersprüchlichsten,
oft verwirrenden Meinungen eine klare Ansage zu finden:
die Akzeptanz des Unausweichlichen!
Auch ich versuche in meinem Alter von 88 Jahren
Zuversicht und Mut zu vermitteln, soweit es mir möglich scheint.
Offensichtlich ist es für Menschen unserer Tage schwierig,
Demut zu "lernen", aber es wäre die Mühe tatsächlich wert.
Mehr als das: überlebensnotwendig!"


Maria Langer


Quelle: Salzburger Nachrichten vom 28.11.2020, S. 1
 

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RAINER MARIA RILKE - ADVENT


Dichtung von Rainer Maria Rilke aus: Erste Gedichte ersch. 1913 /
Rezitation: Julia Koschitz (Foto) /
Kompostion, Arrangement und Produktion: Schönherz&Fleer-RilkeProjekt 5- /

Anmerkung:

In dem Wiedersehn mit Kindheitstagen lernen wir uns wiedersehn:
zwar wir wußten, dass die Jahre gingen,
doch nun fühlen wir auch, wie wir gehn.

R.M.Rilke

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt,
wie balde sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus.
Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und
wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit.

 

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RAINER MARIA RILKE - SCHNEE


Am 01.12.2020 veröffentlicht

Dichtung von Rainer Maria Rilke /
Rezitation: Matthias Koeberlin (Foto) /
Komposition, Arrangement und Produktion: Schönherz & Fleer -Wunderweiße Nächte- /
Klarinette: Paul McCandless / Video: Thüringer Wald /

Anmerkung:

"Denken Sie [...] an die Welt, die Sie in sich tragen, und nennen Sie dieses Denken, wie Sie wollen; mag es Erinnerung an die eigene Kindheit sein oder Sehnsucht zur eigenen Zukunft hin, – nur seien Sie aufmerksam gegen das, was in Ihnen aufsteht, und stellen Sie es über alles, was Sie um sich bemerken."

(aus: Briefe an einen jungen Dichter)

Man hat nun doch beim lieben Gott auch hier für Weihnachten etwas Weißes bestellt, und er hats, weiß der Himmel, geliefert: Schnee. ›Schnee‹, wie paßt der Name dafür, mit dem ›Sch‹ schiebt man das Fenster auf und hats dann vor sich, weit, eben: ... nee - neige, neve, snjeg: weiß in allen Sprachen! Aber schon ehe ich die Augen aufthat am Morgen, wußte ichs im Gehör; selbst hier, wo’s immer still ist, – war eine andere Stille zu hören und ein Vogel schrieb auf ihr Weiß wie mit einer neuen Feder seine Meinung. Siehe auch hier:

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