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Neues aus der Corona-Forschung

RupertBaer

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Blutgruppen-Risiko
Chinesische Forscher hatten es bereits vermutet, norwegische und deutsche Wissenschaftler bestätigen es nun: Die Blutgruppe eines Menschen hat einen Einfluss auf den Verlauf einer Coronavirus-Infektion. 1.610 Personen wurde Blut abgenommen und die Schwere der Covid-Infektion mit ihrer Blutgruppe verglichen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Blutgruppe A. Ihr Risiko, Sauerstoff und ein Beatmungsgerät zu benötigen, ist doppelt so hoch wie bei jenen mit Blutgruppe 0. Das Risiko der Menschen mit AB oder B liegt dazwischen. 41 Prozent der Österreicher haben Blutgruppe A, 37 Prozent 0.

Schützendes Gewebe
Die japanischen Unternehmen Murata Manufacturing und Teijin Frontier entwickelten ein Gewebe namens Pieclex, das kleinste Strommengen leitet. Dadurch mache dieser Stoff 99,9 Prozent der Bakterien und Viren unschädlich, gaben die Unternehmen bekannt. Diese Elektrizität wird
durch das Zusammenziehen und Dehnen bei Bewegungen verursacht. Der Träger selbst merkt nichts davon. Entwickelt wurde das Gewebe für die Bekämpfung von Körpergerüchen, aber auch für Schutzmasken. Tests, die eine Wirksamkeit gegen das Coronavirus belegen könnten, wurden allerdings bisher noch nicht durchgeführt.

Ein-Minuten-Test
Israelische Wissenschaftler haben einen Corona-Schnelltest entwickelt. Innerhalb einer Minute soll damit festgestellt werden können, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert ist. Dazu wird die Atemluft analysiert. Das Gerät, in das geblasen wird, enthält einen Chip mit Sensoren. Die Genauigkeit des Tests liegt bei 90 Prozent. In den kommenden Wochen wollen die Forscher die Zulassung dafür beantragen.

Viele Tote verhindert
3,1 Millionen Todesfälle sollen alleine in Europa durch die strikten Maßnahmen bis Ende Mai verhindert worden sein. Das berechneten Wissenschaftler am Imperial College London. Ein Forscherteam der University of California in Berkeley stellte zudem fest, dass alleine in den China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA bis zum 6. April 530 Millionen zusätzliche Infektionen abgewendet werden konnten. „Ich denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit so viele Leben gerettet“, sagte Studienleiter Solomon Hsiang. Die Schwankungsbreite der Studien ist aber groß. Auch die Studienautoren räumen Schwächen ein. So könnten etwa Todesfälle zu Beginn der Pandemie übersehen worden sein.

Infektiöse Nerze
Mindestens zwei Sars-CoV-2-Übertragungen von Tier auf Mensch wurden in den Niederlande nachgewiesen. Dort steckten sich Mitarbeiter unterschiedlicher Nerzfarmen bei den erkrankten Tieren an. Da die Regierung die betroffenen Farmen als bleibende Infektionsherde ansieht, wurde ihre Räumung angeordnet.

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Neue Hoffnung 1
War es zu Beginn der Pandemie Hydroxychloroquin, das als Wundermittel bei Covid-Infektionen gehandelt wurde, so heißt der neue Wirkstoff der Wahl Dexamethason. Denn britische Wissenschaftler konnten zeigten, dass dieser Entzündungshemmer die Sterblichkeit bei schweren Covid-Infektionen deutlich senken konnte. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, berichteten die Wissenschaftler der Uni-versity of Oxford. In die Studie wurden 11.500 Patienten aus 175 britischen Kliniken aufgenommen. Dexamethason hat dabei keinen direkten Effekt auf das Virus, vielmehr soll die überschießende Immunreaktion bei schweren Verläufen damit gedämpft werden. Es bietet sich daher ausschließlich für die Behandlung schwerkranker Covid-Patienten an. Die WHO bezeichnete die Ergebnisse jedenfalls als „großartige Neuigkeit“ und fordert, die Produktion des Wirkstoffs zu erhöhen.

Neue Hoffnung 2
Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten zeigen, dass Fluoxetin, das bei Menschen zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird, die Vermehrung von Sars-CoV-2 deutlich hemmt. Daher würde es sich vor allem bei der Behandlung zu Beginn einer Infektion eignen, so die Forscher. Die Versuche wurden bisher allerdings nur an Viren im Labor durchgeführt, Studien an Patienten gibt es noch nicht.

Kurze Immunität
Der überwiegende Teil der CoronavirusInfektionen verläuft ohne Symptome. So weit die gute Nachricht. Doch nun verglichen chinesische Forscher die Immunität von Patienten mit unterschiedlich schwerer Erkrankung. Dabei zeigte sich, dass die Antikörper gegen das Virus bei Menschen mit schwachen Verläufen schon nach wenigen Wochen stark abnehmen. Das bedeutet, die Immunität ist möglicherweise nur von kurzer Dauer. Damit ist klar, dass nicht jeder, der eine Covid-Infektion durchgemacht hat, auch längere Zeit geschützt ist. Außerdem, so die Wissenschaftler, müsste aufgrund dieser Daten die Sinnhaftigkeit von Covid-19-Immunitätsausweisen hinterfragt werden.

Italienische Abwässer
Sars-CoV-2 zirkuliert in Italien offenbar deutlich länger als bisher angenommen. Das geht aus einer Analyse von Abwasserproben von Mailand und Turin hervor. Dabei konnte der Erreger schon im Dezember 2019 nachgewiesen werden. Offiziell festgestellt wurde der Coronavirus-Ausbruch in Italien erst Mitte Februar.

Öffentliche Klos
Ja, sie könnten bei der Virus-Übertragung eine Rolle spielen, so chinesische Forscher. Sie untersuchten, wie sich beim Spülen Aerosole im Raum verteilen. Dabei konnten sie zeigen, dass die Wirbel bis zu einen Meter über die Toilette reichten und dort eingeatmet werden könnten. Ihr Rat daher: vor dem Spülen Deckel schließen.

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Nächste Testphase
Weltweit arbeiten Wissenschaftler an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes. Derzeit wird an rund 150 Wirkstoffen geforscht, 17 davon werden bereits an Menschen getestet, berichtete die WHO. Am weitesten ist jener, der an der University of Oxford entwickelt wurde. Es ist der erste Impfstoff, der in Phase 3 der klinischen Entwicklung geht und ab sofort einer großen Anzahl an Menschen verabreicht wird, um die Sicherheit und Wirksamkeit zu überprüfen. Auch Russland meldet Fortschritte bei der Impfstoffentwickelung. Ein Kandidat wird offenbar an Soldaten getestet. Die russischen Behörden kündigten zudem an, im Spätsommer mit der Massenproduktion zu beginnen. Studien dazu wurden allerdings bisher noch nicht veröffentlicht. Die chinesische Armee berichtet ebenfalls von einem neu entwickelten Impfstoff, der für ein Jahr für den internen Gebrauch zugelassen wurde. Genauere öffentliche Informationen dazu gibt es ebenfalls nicht.

Vitamin D
Grunderkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck haben Einfluss darauf, wie schwer eine Covid-19-Infektion verläuft. Menschen, die an diesen Krankheiten leiden, weisen aber zugleich einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut auf. Daher könnte die Versorgung mit diesem Vitamin beim Krankheitsverlauf eine Rolle spielen, so Hans Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim in Stuttgart. Er kam zu diesem Schluss, nachdem er 30 Studien ausgewertet hatte. Auch Menschen über 65 Jahre leiden häufig unter einem Mangel, da ihr Körper das Vitamin nicht mehr so gut bilden kann. Die wichtigste Quelle für die Bildung von Vitamin D ist übrigens Sonnenlicht. Über die Nahrung kann es meist nicht in ausreichender Form aufgenommen werden. Biesalski empfiehlt daher bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus, den Vitamin-D-Spiegel zu bestimmen. Gleichzeitig gibt es zu bedenken, dass es kein Medikament zur Heilung sei, sondern es nur den Verlauf beeinflussen könnte.

Noch infektiöser
Das Coronavirus ist bereits mutiert. Die neueste Variante befällt menschliche Zellen noch leichter als die Urform aus China. Das geht aus einer Studie von US-For-schern hervor. Labortests zeigten, dass die Fähigkeit, menschliche Zellen zu befallen, mittlerweile drei bis sechsmal höher ist als zu Beginn. „Es sieht so aus, als handelte es sich um ein leistungsfähigeres Virus“, sagte Erica Ollmann Saphire vom La Jolla Institute for Immunology. Am Schweregrad der Erkrankung änderte sich jedoch nichts.

Keine Wirkung
Kurz galt das Arthritis-Mittel Kevzara als hoffnungsvolles Medikament bei der Behandlung von Covid-Patienten. Nun meldeten die Unternehmen Sanofi und Regeneron allerdings, das Mittel eigne sich doch nicht. Die erwünschte Wirkung habe sich in Studien nicht eingestellt.

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Schwere Spätfolgen
Je länger Sars-CoV-2 zirkuliert, umso mehr wird über die Langzeitfolgen bekannt. So zeigte eine Studie aus Italien, dass viele Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, 60 Tage nach Beginn der Erkrankung noch nicht vollständig gesund sind. Obwohl alle Covid-Tests zu diesem Zeitpunkt wieder negativ waren, wiesen nur 12,6 Prozent der 143 Untersuchten keinerlei Symptome mehr auf. Fast die Hälfte beklagten hingegen eine deutlich schlechtere Lebensqualität. Sie litten unter ausgeprägter Müdigkeit und Schwäche, Atemnot sowie Gelenkschmerzen.
Zu den schweren Spätfolgen zählen Nervenschäden und Schlaganfälle. „Wir konnten mehr Patienten mit neurologischen Schäden wie Entzündungen im Gehirn identifizieren als gedacht“, sagte der Forscher Michael Zandi vom University College London. Diese Folgeschäden traten unabhängig von der Schwere der Covid-19-Erkrankung auf. Auch Menschen mit ursprünglich nur leichten Symptomen waren davon betroffen. Ärzte der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf wiesen zudem nach, dass Sars-Cov-2 Herzzellen befallen und sich dort vermehren kann.

Schwangerschaft

Eine Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr ungeborenes Kind ist zwar äußerst selten, kann aber vorkommen, wie Forscher am Antoine-Beclere-Kranken-haus (Frankreich) herausfanden. So wies ein Baby 24 Stunden nach der Geburt plötzlich eine Hirnschwellung und neurologische Symptome auf. Ärzte begannen daraufhin, den Übertragungsweg zu untersuchen. Die höchste Viren-Konzentration fanden sie in der Plazenta, wo es über die Nabelschnur zum Baby gelangte. Die gute Nachricht: Bevor die Ärzte noch mit der Behandlung begannen, besserte sich der Zustand des Neugeborenen. Drei Wochen später war es wieder gesund.

Impfstoff: Phase 3
Laufend gibt es Erfolgsmeldungen über die in Entwicklung befindlichen Impfstoffe. So werden laut WHO derzeit bereits 20 unterschiedliche am Menschen getestet. Diese Phase 3, in der sich diese Impfstoffe befinden, ist die entscheidende. Denn dabei wird an Tausenden Probanden untersucht, ob ein Geimpfter tatsächlich immun und vor einer Infektion geschützt ist. Bisher am weitesten im Forschungsprozess sind Großbritannien und China sowie die USA. Aber auch Abu Dhabi kündigte an, in den kommenden sechs Monaten einen Impfstoff an 15.000 Menschen zu testen.

Hohe Dunkelziffer
Der Großteil der Covid-Erkrankungen blieb in der chinesischen Metropole Wuhan unentdeckt, ergab eine Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature“ publiziert wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass 87 Prozent der Fälle in der Zeit von 1. Jänner bis 8. März nicht registriert wurden. Insgesamt wurden in Wuhan rund 50.000 Infektionen und knapp 4.000 Tote gemeldet.
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Superspreader
Dass sich das Coronavirus - wenn die Bedingungen passen - extrem effektiv ausbreiten kann, zeigt der neueste Covid-Ausbruch auf einem Schiff der Hurtigruten. Schon zu Beginn der Pandemie gab es Hunderte Infizierte auf Schiffen, auf denen viele Menschen auf engem Raum zusammen waren. Ein japanisches Forscherteam bewies nun, dass der Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ mit über 700 Infizierten höchstwahrscheinlich auf einen einzigen Passagier zurückgeht. Darauf deutet eine genetische Analyse hin. Denn diese zeigte, dass alle Coronaviren dieselbe Mutation aufwiesen. Die Ansteckungen seien bei größeren Versammlungen wie Shows, Tanzveranstaltungen oder beim Einkaufen an Bord passiert, so die Wissenschaftler. Auch beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies dürfte ein einziger Infizierter alle Folgeinfektionen ausgelöst haben. Wegen der niedrigen Temperaturen, der konstanten Luftumwälzung durch die Klimaanlage und der schweren körperlichen Arbeit konnten die Viren auf Mitarbeiter in bis zu acht Metern Entfernungen übertragen werden.

Ungeklärte Herkunft
Nach wie vor ist nicht vollständig geklärt, woher Sars-CoV-2 kommt. Am wahrscheinlichsten gilt, dass es in Wuhan von Tieren auf den Mensch übergesprungen ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meinte nun allerdings, es gebe noch erheblichen Aufklärungsbedarf diesbezüglich. So komme in China nicht nur Wuhan als erster Verbreitungsort in Frage, sagte WHO-Experte Michael Ryan. Zwar sei in Wuhan als erstes Alarm geschlagen worden, das bedeute aber nicht auch automatisch, dass dies der erste Ort der Verbreitung gewesen sein muss. Derzeit werde nach wie vor nach dem ersten Covid-Patienten, dem sogenannten Patient null, gesucht. Denn erst dann könne man daran gehen, nach der tierischen Quelle zu suchen, so Ryan.

Spätfolgen
Je länger das Virus zirkuliert, desto mehr wird über die teils gravierenden Langzeitfolgen bekannt. Und das nicht nur bei Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf, warnen nun die deutschen Lungenärzte. Und auch Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing, ist alarmiert: „Ein Teil der Patienten wird langfristig Probleme entwickeln. Ich denke schon, dass wir hier sekundär durch Covid-19 auch neue Krankheitsbilder generieren.“ Zu den bereits bekannten Folgeerkankungen zählen u. a. Schlaganfälle, Psychosen, Beinvenenthrombosen und Schäden an Organen wie Lunge, Herz, Niere und Gehirn.

Risikofaktor Hals
Je dicker der Hals, umso höher das Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-Infektion, zeigten italienische Wissenschaftler. Kritisch scheint dabei ein Halsumfang von mehr als 37,5 Zentimetern bei Frauen und 42,5 Zentimetern bei Männern zu sein.

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Infektiöse Teilchen
Es wird schon seit Langem vermutet, doch nun konnten US-Forscher zum ersten Mal nachweisen, dass Aerosole intakte Sars-CoV-2-Partikel enthalten. Diese winzigen Schwebeteilchen bleiben lange in der Luft und sind möglicherweise für eine große Zahl an Ansteckungen in geschlossenen Räumen verantwortlich. Für die Studie wurden Luftproben aus einem Krankenhauszimmer mit Covid-Patienten untersucht. Die Wissenschaftler fanden dabei in einer Entfernung von bis zu 4,8 Metern Aerosole mit dem intakten Virus. Daher warnen sie davor, sich in Räumen trotz Einhaltung von eineinhalb Metern Abstand zu anderen Personen sicher zu fühlen.
Dazu passt eine chinesische Studie, die zeigt, dass die Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen deutlich erhöht ist. In fast 80 Prozent der Fälle steckte der Erkrankte andere Menschen zu Hause an, schreiben die Forscher. Ansteckungen gab es auch in Verkehrsmitteln und etwa beim Einkaufen. Durch richtiges und häufiges Lüften kann das Ansteckungsrisiko allerdings reduziert werden.

Tote durch Fake News

Seit Beginn der Coronakrise kursieren etliche Verschwörungstheorien und mit ihnen auch „Wundermittel“, die vor einer Covid-Erkrankung schützen sollen. Ein Team internationaler Wissenschaftler trug nun Berichte über Menschen, die diese - meist in sozialen Medien verbreiteten - Empfehlungen tatsächlich befolgten, zusammen. So starben alleine 800 Menschen daran, hochkonzentrierten Alkohol zu sich zu nehmen. Rund 5.900 mussten im Krankenhaus behandelt werden, weil sie Methanol tranken. 60 von ihnen erblindeten.

Ansteckung
Bisher galt die Regel: Wer zwei Tage vor Ausbruch einer Covid-Erkrankung Kontakt zu dem Infizierten hatte, muss einen Test machen. Das beruht auf der Annahme, dass Infizierte in diesen zwei Tagen zwar noch keinerlei Symptome aufweisen, aber Mitmenschen bereits anstecken können. Forscher der ETH zeigten nun einen Fehler in dieser Studie aus Hongkong auf. Vielmehr können Infizierte schon sechs Tage vor Auftreten der ersten Symptome die Krankheit übertragen. Will man 90 Prozent der präsymptomatischen Ansteckungen abfangen, müsste man die Kontakte bis zu vier Tage zurückverfolgen, so die neue Empfehlung der Schweizer Wissenschaftler.

Schwere Verläufe
Forscher der Universität Innsbruck fanden heraus, dass 85 Prozent aller 47 bisher in Innsbruck auf der Intensivstation behandelten Covid-Patienten einen erhöhten Blutzuckerspiegel aufwiesen. „Hervorzuheben ist hier vor allem, dass bei nur sieben der insgesamt 47 schwer Erkrankten bereits im Vorfeld Diabetes diagnostiziert wurde“, erklärt Michael Joannidis, Leiter der internistischen Intensivstation. Zwischen Übergewicht und schwerem Covid-Verlauf konnte hingegen kein eindeutiger Zusammenhang gefunden werden.

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Neuerlich infiziert
Es wurde schon länger vermutet, nun ist es fix: Nach einer durchgemachten Covid-Infektion ist man nicht allzu lange vor einer neuerlichen Ansteckung geschützt. In Hongkong diagnostizierten Mediziner nur vier Monate nach der ersten bei einem Patienten wieder eine Infektion. Durch genetische Analysen des Virus konnte festgestellt werden, dass es sich um zwei unterschiedliche Stämme handelt. Der Mann hatte sich das erste Mal im April in Hongkong angesteckt, das zweite Mal bei einer Spanienreise im August. Noch sind zwar nicht allzu viele Informationen bekannt. Dennoch könnte das für Maria van Kerkhove, Covid-19-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), „ein Beispiel für eine Reinfektion sein“. Auch aus Belgien und den Niederlande wurden derartige Patienten gemeldet. Bisher ist aber unklar, ob es sich um seltene Fälle handelt oder ob sich viele Menschen schon bald nach der ersten Infektion wieder mit einem leicht mutierten Stamm anstecken können.

UV-Licht
Intensive UV-Strahlung kann das Coronavirus zerstören und damit unschädlich machen. Eine Tiroler Firma entwickelt nun ein System zur Desinfektion von Flächen mittels UV-C-Licht. Dieses soll zum Beispiel bei der Desinfektion von Einkaufswagen, aber auch in der Hotellerie und Gastronomie, im Kindergarten, im Büroalltag oder im medizinisch-technischen Bereich zum Einsatz kommen. „Der erste Gedanke zum neuen Betätigungsfeld Flächendesinfektion mit UV-C-Licht kam uns Mitte März 2020, als Corona die Welt in Atem hielt“, erklärte Felicitas Kohler, Geschäftsführerin von Planlicht.

Sorge vor Mutation

Ohne Phase 3 abzuwarten, wurde in Russland bereits ein Impfstoff zugelassen. Das bereitet Wissenschaftlern Sorge. „Ein unvollständiger Schutz könnte dazu führen, dass das Virus den vorhandenen Antikörpern ausweicht“, erklärt Ian Jones, Professor für Virologie an der britischen Universität Reading. So können neue Stämme entstehen, für die die Impfung keinerlei Schutz bietet. Denn Coronaviren sind dafür bekannt, ständig zu mutieren. Das könnte die Lage noch verschlimmern. „In diesem Sinne ist ein schwacher Impfstoff schlechter als gar kein Impfstoff“, ist Ian Jones überzeugt.

Falsche Tests
Forscher der Med Uni Graz untersuchten Covid-Tests und stellten dabei viele Mängel fest. Sie fordern daher eine Präzisierung der Qualitätskriterien. Bei einem getesteten Produkt wäre im Routinebetrieb jeder vierte Test falsch negativ gewesen, so die Wissenschaftler. Die Nachfrage nach Tests sei groß, das setze die Hersteller von Molekulardiagnostik unter Druck, schnell neue Verfahren auf den Markt zu bringen, erklärt Ivo Steinmetz von der Med Uni Graz. Die Testfirma wurde vom Ergebnis informiert. Antwort haben die Grazer Wissenschaftler aber noch keine bekommen.

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Blutverdünner
Es wurde schon länger diskutiert, eine Studie aus den USA zeigt es jetzt deutlich: Blutverdünner senken das Sterberisiko von Covid-Patienten. Für die Studie wurden über 4.000 Menschen in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe erhielt keine Blutverdünner, die zweite schon und die dritte eine geringe Dosis als Vorsorge. Das Ergebnis ist eindeutig: Das Sterberisiko jener, die Blutverdünner als Therapie erhielten, war um 47 Prozent geringer. Bei vorbeugender Einnahme reduzierte sich das Risiko sogar um die Hälfte. Außerdem sank die Zahl der Patienten, die künstlich beatmet werden mussten, deutlich.

Mildere Verläufe
Zwar sind derzeit wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bei vielen von ihnen verläuft die Krankheit aber äußerst mild. Das liegt einerseits daran, dass das Durchschnittsalter der Infizierten deutlich gesunken ist. Gleichzeitig steigt das Wissen über das Virus und die Behandlungsmöglichkeiten. Wissenschaftler diskutieren nun auch, ob das Virus mutiert ist und teilweise eine mildere Variante zirkuliert. Forscher in Singapur verglichen rückblickend die Krankheitsverläufe von Patienten, die mit der ursprünglichen Variante, und jenen, die mit dem mutierten Virus infiziert waren. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass letztere seltener Sauerstoff benötigten. Diese Einschätzung teilt Richard Neher von der Universität Basel nicht. Es habe war Mutationen durchgemacht, aber „es gab keine Mutation, die sich in ganz Europa durchgesetzt hätte“, so Neher. „Das Virus hat sich also zwischen März und jetzt nicht entscheidend verändert.“

Krebsmedikamente
Wissenschaftlern der Frankfurter Goethe-Universität gelang es, mithilfe von Krebsmedikamenten die Vermehrung von Coronaviren zu stoppen. Getestet wurden fünf unterschiedliche Medikamente, alle davon zeigten diese Wirkung. Basierend auf diesen Erkenntnissen und da die Medikamente bereits zugelassen sind, kann nun rasch mit klinischen Studien begonnen werden.

Virus im Herzen
Eine Infektion mit dem Coronavirus kann nicht nur die Lunge schwer schädigen, sondern auch andere Organe wie Nieren oder Nervensystem. Kardiologen der Deutschen Zentren für Herz-Kreislauf-Forschung Rhein-Main und Berlin wiesen nun einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Sars-CoV-2 und Herzmuskelentzündung bei jüngeren Patienten nach. „Die Patienten am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz waren unter 40 Jahre alt, körperlich aktiv, waren im Nasen-Rachen-Abstrich negativ auf SARS-CoV-2 und hatten etwa vier Wochen vor der Aufnahme bei uns einen schweren grippeähnlichen Infekt gehabt“, so Kardiologe Philip Wenzel. Die eigentliche Infektion liegt also bereits Wochen zurück. Es folgte eine symptomlose Latenzzeit, bis plötzlich der Verdacht auf Herzmuskelentzündung vorlag.

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Neuer Wirkstoff
Gleich mehrere Studien mit Impfstoffen bzw. neuen Substanzen mussten in der vergangenen Woche wegen Sicherheitsbedenken vorübergehend gestoppt werden. Aber es gibt auch gute Nachrichten: So konnte mit einem neuen Wirkstoff zur Behandlung von Covid-Patienten die entscheidende Phase 3 gestartet werden. Die Sicherheit und Wirksamkeit von AZD7442 der Firma Astrazeneca soll in den kommenden Wochen an rund 6.100 Probanden getestet werden. Das Präparat ist eine Kombination aus zwei Antikörpern, die aus dem Serum von genesenen Covid-Patienten gewonnen werden.

Schnelltest
Das Schweizer Unternehmen Roche bringt einen neuen Schnelltest auf den Markt, der bis Ende des Jahres in ganz Europa zur Verfügung stehen sollte. Damit soll das Testergebnis bereits in 18 Minuten feststehen.

Infektiöse Flächen
Der Großteil der Ansteckungen mit dem Coronavirus geht auf Tröpfcheninfektionen zurück. Schmierinfektionen, also Infektionen, bei denen das Virus über kontaminierte Oberflächen übertragen wird, sind hingegen äußerst selten. Das ist gut, denn Forscher ermittelten, wie beständig Sars-CoV-2 ist. „Bei 20 Grad Celsius, also etwa Raumtemperatur, fanden wir heraus, dass das Virus extrem robust ist und 28 Tage lang auf glatten Oberflächen wie Glas von Handybildschirmen und Kunststoffgeldscheinen überlebt“, sagte Debbie Eagles, Vize-Direktorin des australischen Zentrums für Seuchenvorsorge. Zum Vergleich: Influenza-A-Viren halten sich lediglich bis zu 17 Tage. Das Experiment wurde
im Dunklen durchgeführt. Durch Sonnenlicht wird Sars-CoV-2 deutlich schneller inaktiviert.

Fledermäuse
Noch ist der Ursprung von Sars-CoV-2 nach wie vor nicht vollständig geklärt. Ein tierischer Ursprung gilt aber als wahrscheinlich. Eine groß angelegte Virenstudie starteten neun europäische Naturkundemuseen, darunter auch das Wiener NHM. Bisher wurden mehr als 200 Coronaviren in Fledermäusen gefunden. Für weiterführende Studien sollen die Fledermäuse der Sammlungen in einer Datenbank erfasst werden.

500 Viren
Circa 500 Coronaviren sind notwendig, um eine Krankheit hervorzurufen. Bei HIV hingegen reicht ein einzelnes. Zudem verläuft eine Covid-Infektion desto schwerer, je höher die Zahl der Viren bei der Ansteckung war. Daher sind Masken und Abstand gute Wege, um die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs zu senken

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Neuer Bluttest
Meist beginnt eine Infektion mit Sars-CoV-2 harmlos. Oft bleibt sie das auch. Allerdings verschlechtert sich der Zustand der Patienten mit schwerem Verlauf am 7. Tag deutlich. Ein neu entwickelter Bluttest, der sogenannte „Dublin-Boston-Score“, soll Ärzten nun helfen, schon zu Beginn der Infektion die Schwere der Erkrankung einschätzen zu können. Das ist entscheidend, um etwa rechtzeitig mit der Gabe von Medikamenten zu beginnen. Die Skala des Punktesystems, das von Forschem der Dubliner Universität für Medizin und Gesundheitswissenschaften gemeinsam mit der Harvard University entwickelt wurde, reicht von -2 bis 2. Je höher der Wert, umso wahrscheinlicher ein schwerer Verlauf. Basis für die Punktebewertung ist die Menge der Entzündungsmarker Interleukin-6 und Interleukin-10 im Blut. Doch nicht nur die Menge, sondern auch das Verhältnis, in dem die beiden zueinander stehen, ist ausschlaggebend.

Geruchsbewertung
Der Verlust des Geruchssinns ist eines der Symptome einer Covid-Infektion. In Schweden nahmen nun 2.440 Erwachsene an der Studie „Smelltracker“ teil. Aus fünf Gruppen von im Haushalt zur Verfügung stehenden Dingen suchten sie jeweils eines aus. Das konnte z. B. Honig, Olivenöl, gemahlener Kaffee und Zahnpasta sein. An mehreren Tagen bewerteten die Studienteilnehmer anschließend die Intensität der Gerüche der ausgewählten Dinge und ob sie als angenehm oder unangenehm empfunden wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die mittlere Geruchsintensität und das Vorherrschen einer Infektion miteinander korrelieren. Die Daten lassen daher vermuten, dass die Wahrnehmung von Haushaltsdüften auf Covid-Infektionen hinweisen könnten. Würde diese Bewertung der Gerüche täglich von einer breiten Bevölkerungsschicht durchgeführt werden, so könnten möglicherweise CoronaAusbrüche auch ohne Tests bemerkt und rasch abgegrenzt werden.

Gewichtszunahme
Zwar stieg der Anteil der Menschen, die sich gesund ernähren, während der Pandemie. Allerdings sank gleichzeitig die Zeit körperlicher Aktivität. Das führte dazu, dass 27,5 Prozent der 7.753 Erwachsenen, die sich an der Online-Umfrage beteiligten, in den vergangenen Monaten zunahmen.

Wirkungslos
Was viele Ärzte schon lange beobachten, wurde nun von der WHO bestätigt: Remdesivir zeigt bei der Behandlung von Covid-Infektionen keine Wirkung. In einer Studie an mehr als 11.200 Patienten in 30 Ländern wurde neben Remdesivir die Malaria-Arznei Hydroxychloroquin, das HIV-Medikament Lopinavir/Ritonavir sowie der Wirkstoff Interferon getestet. Das ernüchternde Ergebnis: Die Medikamente haben nur einen geringen oder keinen Einfluss auf die Sterblichkeit oder die Länge des Krankenhausaufenthalts der Patienten gezeigt.

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alf1962

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Niedriger IQ
Dass Sars-CoV-2 auch das Gehirn befallen kann, ist bereits bekannt. Doch Forscher des Imperial Colleges London berichten nun von einer Art „Hirnnebel“, den das Virus als Spätfolge noch Monate nach der Genesung verursachen kann. Das Gehirn der Betroffenen alterte um bis zu zehn Jahre, gleichzeitig sank der IQ. Die Wissenschaftler befürchten, dass diese Schäden im Gehirn, ähnlich wie bei Schlaganfallpatienten, langfristig bestehen bleiben könnten.

Kurze Immunität
Es scheint ziemlich fix zu sein, dass eine einmal durchgemachte Infektion mit Sars-CoV-2 keine lebenslange Immunität gewährleistet. Forscher des Imperial College in London veröffentlichten Daten, wonach die Verbreitung von Antikörpern in der Bevölkerung von sechs Prozent Ende Juni auf aktuell 4,4 Prozent im September gesunken ist. Einzig bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen nahm der Wert nicht so stark ab. Die Wissenschaftler führen dies darauf zurück, dass diese Menschen öfters mit dem Virus in Kontakt kommen. Wissenschaftler der University of Arizona fanden unterdessen heraus, dass die Immunität fünf, eventuell sieben Monate anhalten könnte.

Mittel aus Venezuela?
In Venezuela ist laut Präsidenten Nicolas Maduro angeblich ein zu 100 Prozent wirksames Mittel zur Behandlung von Co-vid-Patienten gefunden worden. Ein Molekül namens DR-10 funktioniere ganz ohne Nebenwirkungen, so Maduro. Es sei bereits zuvor zur Behandlung von Hepatitis C, Ebola und humanen Papillomviren genutzt worden. Der Zulassungsprozess bei der WHO habe bereits begonnen.

Luftverschmutzung
Je größer die Luftverschmutzung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, an einer Covid-Infektion zu versterben. Das zeigten Forscher der Johannes Gutenberg-Univer-sität und des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Sie gehen davon aus, dass Luftverschmutzung weltweit für rund 15 Prozent der Covid-Todesfälle verantwortlich ist. In Mitteleuropa liegt der durchschnittliche Wert bei 25, in Österreich sind es 26, in einigen Regionen Ostasiens sogar 35 Prozent. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Luftverschmutzung ein wichtiger Co-Faktor ist, der das Mortalitätsrisiko durch Covid-19 erhöht“, so die Forscher.

Tierischer Abstand
Normalerweise sind Fledermäuse äußerst soziale Tiere. Doch sobald sie krank sind, praktizieren sie Social Distancing, damit sich die Erreger nicht so schnell verbreiten können. Dieses Verhalten wiesen Wissenschaftler aus Deutschland und den USA in Belize nach. „Wir vermuten, dass das Abstandhalten eine natürliche Reaktion ist, denn die kranken Fledermäuse waren lethargisch und schliefen mehr“, sagt Biologe Simon Ripperger vom Naturkundemuseum Berlin.

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BNT162b2
Es war die Meldung, auf die die ganze Welt gewartet hat: ein Durchbruch bei der Impfstoffentwicklung. Als die Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech erste Zwischenergebnisse der Phase-III-Tests ihres Impfstoffkandidaten BNT162b2 bekannt gaben, sorgte dies umgehend für Euphorie an den Börsen. Wenig verwunderlich, denn der Impfschutz betrage 90 Prozent, gaben die Hersteller bekannt. Das ist ein äußerst guter Wert, den viele gegen andere Krankheiten bereits zugelassene Impfstoffe nicht erreichen. Das von der WHO empfohlene und von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA geforderte Ziel eines mindestens 50-prozentigen Schutzes wäre damit mehr als erfüllt.
Für den österreichischen Virologen Florian Krammer, der an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York tätig ist, „ein fantastisches Ergebnis“ und „die beste Nachricht“, die er „seit 10. Jänner erhalten“ habe.
Gleichzeitig gab es aber zurückhaltende Wissenschaftler. So handelt es sich für Heidemarie Holzmann von der Meduni Wien zwar um einen „interessanten Ansatz“ und „vielversprechenden Trend“. Allerdings würden noch detaillierte Daten fehlen.

mRNA-Technologie
BNT162b2 basiert auf der sogenannten mRNA-Technologie. Dabei wird ein Teil des genetischen Bauplans des Virus in unseren Körper gebracht. Mit den in unseren Zellen vorhandenen Proteinen wird dann ein Virusprotein hergestellt, gegen das unser Immunsystem anschließend Antikörper bildet. Es sind bereits mehrere mRNA-Impfstoffe, beispielsweise einer zum Schutz vor Tollwut, in Entwicklung. Zugelassen wurde bisher allerdings kein einziger.

Nebenwirkungen
Dazu kann derzeit noch nicht viel gesagt werden. Zwar wurden in der Studie laut Firmenangaben „keine schwerwiegenden
Nebenwirkungen“ festgestellt. Allerdings fehlen klarerweise Langzeitstudien.

Die Verteilung
Die EU hat kurz nach der Erfolgsmeldung ihre Vertragsverhandlungen mit Pfizer/ Biontech beendet. Clemens Martin Auer vom Gesundheitsministerium sagte im „Ö1-Morgenjournal“, dass „alle 27 Länder gleichzeitig Zugriff auf erste Lieferungen haben werden“. Eine logistische Herausforderung ist jedoch, dass der Impfstoff bei minus 70 Grad gelagert werden muss.
An einer Lösung wird derzeit gearbeitet.

Andere Impfstoffe
Derzeit gibt es weltweit über 200 Impfstoffprojekte. Zu den am weitesten fortgeschrittenen zählen neben BNT162b2 jene von Astrazeneca und Moderna. Immer wieder werden aber auch Rückschläge gemeldet. So musste Astrazeneca die Tests unterbrechen, und Brasilien setzte die Impfstudie mit dem Vakzin der Firma Sinovac wegen einer „schwerwiegenden Nebenwirkung“ aus.

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hewa

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Biontech-Impfstoff wirksamer als gedacht

Laut dem Hersteller schützt sein Corona-Vakzin nicht nur junge Menschen sehr gut, sondern auch Senioren. Nun soll der Antrag auf Zulassung in den USA gestellt werden.

Auf der Suche nach einem schützenden
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gegen das neue Coronavirus geht es derzeit Schlag auf Schlag: Das Mainzer Unternehmen Biontech hat am Mittwoch die Ergebnisse seiner abschließenden Wirksamkeitsanalyse vorgestellt - nur neun Tage, nachdem Biontech erste Zwischenergebnisse der entscheidenden Studie an 43 000 Menschen vorgestellt hatte. Und zwei Tage nach der ersten, sehr überzeugenden Präsentation von Zwischenergebnissen des Konkurrenten Moderna aus den USA.

Wie Biontech mitteilt, beträgt die Wirksamkeit des Impfstoffs BNT162b2 95 Prozent. Sie ist also noch etwas höher als beim Moderna-Vakzin, das zumindest laut ersten Resultaten 94,5 Prozent erreicht. Sie liegt vor allem jedoch deutlich über den von Biontech angekündigten 90 Prozent nach der Zwischenanalyse von 94 Erkrankungen.

Für die abschließende Auswertung wurden nun 170 Fälle von Covid-19 untersucht, die eine Woche nach der letzten der zwei Impfungen aufgetreten waren. 162 davon fielen auf die Gruppe der ungeimpften Studienteilnehmer, der sogenannten Placebogruppe. Dagegen erkrankten nur acht der geimpften Probanden an Covid-19. Auch besonders schwere Krankheitsverläufe gab es bis auf eine Ausnahme nur unter den Ungeimpften.

Detaillierte Daten zur Häufigkeit von Nebenwirkungen legte Biontech am Mittwoch noch nicht vor. Allerdings hat das unabhängige Komitee, das die Studie überwacht, bislang noch keinen schweren Zwischenfall im Rahmen der Tests registriert. Eine vorangegangene Untersuchung hatte bereits gezeigt, dass auch die erwarteten Nebeneffekte der Impfreaktion eher milde ausfallen und selten sind.

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hewa

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Andere Impfstoffe
Derzeit gibt es weltweit über 200 Impfstoffprojekte. Zu den am weitesten fortgeschrittenen zählen neben BNT162b2 jene von Astrazeneca und Moderna. Immer wieder werden aber auch Rückschläge gemeldet. So musste Astrazeneca die Tests unterbrechen, und Brasilien setzte die Impfstudie mit dem Vakzin der Firma Sinovac wegen einer „schwerwiegenden Nebenwirkung“ aus.

Quelle
Hier gibt es zu dem Thema einen sehr interessanten, laufend aktualisierten Artikel ("Impfstoff-Tracker"). Darunter werden die Zulassungsverfahren, die verschiedenen Technologien mit den Firmen, die die jeweilige Technologie einsetzen, und die aktuellen Stände der Forschungen & Entwicklungen beschrieben.

Mehr als 200 Vakzine gegen Covid-19 werden derzeit entwickelt. Über 20 haben die letzten beiden Studienphasen erreicht. Welcher Hersteller steht wo? Wer verwendet welche Technologie? Informieren Sie sich mit unserem Impfstoff-Tracker.

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RupertBaer

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Im Rennen um den ersten Impfstoff gibt es mittlerweile fast täglich irgendeine Erfolgsmeldung seitens der Pharmafirmen. So gab jetzt Astrazeneca die Wirksamkeit des von der Firma entwickelten Impfstoffs mit bis zu 90 Prozent an. Nun werden die Notfallzulassungen beantragt.

Zu geringe Strahlung
Eine Methode, um Sars-CoV-2 abzutöten, ist UV-Strahlung. Daher überleben die Erreger im Sommer nicht lange auf Oberflächen, die dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind. Im Winter hingegen, fanden Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien heraus, ist die UV-Strahlung zu schwach. Darum können die Viren in der kalten Jahreszeit im Freien bis zu einen Tag lang infektiös bleiben. Die tägliche Sonneneinstrahlung in ganz Europa habe im Dezember 2019 nicht für eine Sterilisation ausgereicht, so die Forscher. Mitte April 2020 war die UV-Strahlung hingegen stark genug.

Ameisen als Modell
Auch Ameisen praktizieren Quarantäne und Abstandhalten, wenn Tiere in ihrem Staat von einem Erreger befallen werden. Kranke Tiere isolieren sich, die anderen reduzieren ihre Kontakte auf einen kleinen Kreis. Um sich vor Krankheitserregern zu schützen, halten Ameisen ihren Bau extrem sauber. Die Ameisen riechen dabei offenbar die Erkrankung der anderen, fand Evolutionsbiologin Yuko Ulrich von der ETH Zürich heraus.

Anti-Covid-19-Peptid
FX06 ist ein Peptid, das an der Hautklinik der Meduni Wien identifiziert wurde. Derzeit wird in einer klinischen Studie in Paris an 50 schwerstkranken Patienten getestet, um zu zeigen, ob es bei akutem Lungenversagen hilft. Bisher wurden individuelle Heilversuche durchgeführt. Die Ergebnisse dabei waren positiv. Die Lungenfunktion der Patienten verbesserte sich und die Entzündungswerte sanken. Mit ersten Ergebnissen wird Anfang 2021 gerechnet.

Sterblichkeit
Forscher untersuchten die Daten von über 69.000 Patienten, die wegen einer Covid-In-fektion auf der Intensivstation behandelt werden mussten. Das Ergebnis: 59 Prozent der Patienten waren männlich. Das Durchschnittsalter lag bei 56 Jahren und rund ein Drittel der Intensivpatienten verstarb.

Stoßlüften
In einem geschlossenen Raum können sich Aerosole lange halten. Ist ein Mensch darin mit Sars-CoV-2 infiziert, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er die anderen ansteckt. Regelmäßiges Stoßlüften senkt dieses Risiko deutlich. So zeigten Wissenschaftler der Technischen Hochschule Mittelhessen, dass die Konzentration der Aerosole um bis zu 99,8 Prozent gesenkt werden kann, wenn alle Fenster bei einer Außentemperatur zwischen sieben und elf Grad für drei Minuten geöffnet werden. Betrug die Außentemperatur 17 Grad, so sank die Konzentration nach drei Minuten um 31, nach fünf um 83 Prozent.

Quelle
 
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