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Neues aus der Corona-Forschung

RupertBaer

Gray Panther ohne Bringschuld
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Blutgruppen-Risiko
Chinesische Forscher hatten es bereits vermutet, norwegische und deutsche Wissenschaftler bestätigen es nun: Die Blutgruppe eines Menschen hat einen Einfluss auf den Verlauf einer Coronavirus-Infektion. 1.610 Personen wurde Blut abgenommen und die Schwere der Covid-Infektion mit ihrer Blutgruppe verglichen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Blutgruppe A. Ihr Risiko, Sauerstoff und ein Beatmungsgerät zu benötigen, ist doppelt so hoch wie bei jenen mit Blutgruppe 0. Das Risiko der Menschen mit AB oder B liegt dazwischen. 41 Prozent der Österreicher haben Blutgruppe A, 37 Prozent 0.

Schützendes Gewebe
Die japanischen Unternehmen Murata Manufacturing und Teijin Frontier entwickelten ein Gewebe namens Pieclex, das kleinste Strommengen leitet. Dadurch mache dieser Stoff 99,9 Prozent der Bakterien und Viren unschädlich, gaben die Unternehmen bekannt. Diese Elektrizität wird
durch das Zusammenziehen und Dehnen bei Bewegungen verursacht. Der Träger selbst merkt nichts davon. Entwickelt wurde das Gewebe für die Bekämpfung von Körpergerüchen, aber auch für Schutzmasken. Tests, die eine Wirksamkeit gegen das Coronavirus belegen könnten, wurden allerdings bisher noch nicht durchgeführt.

Ein-Minuten-Test
Israelische Wissenschaftler haben einen Corona-Schnelltest entwickelt. Innerhalb einer Minute soll damit festgestellt werden können, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert ist. Dazu wird die Atemluft analysiert. Das Gerät, in das geblasen wird, enthält einen Chip mit Sensoren. Die Genauigkeit des Tests liegt bei 90 Prozent. In den kommenden Wochen wollen die Forscher die Zulassung dafür beantragen.

Viele Tote verhindert
3,1 Millionen Todesfälle sollen alleine in Europa durch die strikten Maßnahmen bis Ende Mai verhindert worden sein. Das berechneten Wissenschaftler am Imperial College London. Ein Forscherteam der University of California in Berkeley stellte zudem fest, dass alleine in den China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA bis zum 6. April 530 Millionen zusätzliche Infektionen abgewendet werden konnten. „Ich denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit so viele Leben gerettet“, sagte Studienleiter Solomon Hsiang. Die Schwankungsbreite der Studien ist aber groß. Auch die Studienautoren räumen Schwächen ein. So könnten etwa Todesfälle zu Beginn der Pandemie übersehen worden sein.

Infektiöse Nerze
Mindestens zwei Sars-CoV-2-Übertragungen von Tier auf Mensch wurden in den Niederlande nachgewiesen. Dort steckten sich Mitarbeiter unterschiedlicher Nerzfarmen bei den erkrankten Tieren an. Da die Regierung die betroffenen Farmen als bleibende Infektionsherde ansieht, wurde ihre Räumung angeordnet.

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RupertBaer

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Neue Hoffnung 1
War es zu Beginn der Pandemie Hydroxychloroquin, das als Wundermittel bei Covid-Infektionen gehandelt wurde, so heißt der neue Wirkstoff der Wahl Dexamethason. Denn britische Wissenschaftler konnten zeigten, dass dieser Entzündungshemmer die Sterblichkeit bei schweren Covid-Infektionen deutlich senken konnte. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, berichteten die Wissenschaftler der Uni-versity of Oxford. In die Studie wurden 11.500 Patienten aus 175 britischen Kliniken aufgenommen. Dexamethason hat dabei keinen direkten Effekt auf das Virus, vielmehr soll die überschießende Immunreaktion bei schweren Verläufen damit gedämpft werden. Es bietet sich daher ausschließlich für die Behandlung schwerkranker Covid-Patienten an. Die WHO bezeichnete die Ergebnisse jedenfalls als „großartige Neuigkeit“ und fordert, die Produktion des Wirkstoffs zu erhöhen.

Neue Hoffnung 2
Wissenschaftler der Universität Würzburg konnten zeigen, dass Fluoxetin, das bei Menschen zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird, die Vermehrung von Sars-CoV-2 deutlich hemmt. Daher würde es sich vor allem bei der Behandlung zu Beginn einer Infektion eignen, so die Forscher. Die Versuche wurden bisher allerdings nur an Viren im Labor durchgeführt, Studien an Patienten gibt es noch nicht.

Kurze Immunität
Der überwiegende Teil der CoronavirusInfektionen verläuft ohne Symptome. So weit die gute Nachricht. Doch nun verglichen chinesische Forscher die Immunität von Patienten mit unterschiedlich schwerer Erkrankung. Dabei zeigte sich, dass die Antikörper gegen das Virus bei Menschen mit schwachen Verläufen schon nach wenigen Wochen stark abnehmen. Das bedeutet, die Immunität ist möglicherweise nur von kurzer Dauer. Damit ist klar, dass nicht jeder, der eine Covid-Infektion durchgemacht hat, auch längere Zeit geschützt ist. Außerdem, so die Wissenschaftler, müsste aufgrund dieser Daten die Sinnhaftigkeit von Covid-19-Immunitätsausweisen hinterfragt werden.

Italienische Abwässer
Sars-CoV-2 zirkuliert in Italien offenbar deutlich länger als bisher angenommen. Das geht aus einer Analyse von Abwasserproben von Mailand und Turin hervor. Dabei konnte der Erreger schon im Dezember 2019 nachgewiesen werden. Offiziell festgestellt wurde der Coronavirus-Ausbruch in Italien erst Mitte Februar.

Öffentliche Klos
Ja, sie könnten bei der Virus-Übertragung eine Rolle spielen, so chinesische Forscher. Sie untersuchten, wie sich beim Spülen Aerosole im Raum verteilen. Dabei konnten sie zeigen, dass die Wirbel bis zu einen Meter über die Toilette reichten und dort eingeatmet werden könnten. Ihr Rat daher: vor dem Spülen Deckel schließen.

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Nächste Testphase
Weltweit arbeiten Wissenschaftler an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes. Derzeit wird an rund 150 Wirkstoffen geforscht, 17 davon werden bereits an Menschen getestet, berichtete die WHO. Am weitesten ist jener, der an der University of Oxford entwickelt wurde. Es ist der erste Impfstoff, der in Phase 3 der klinischen Entwicklung geht und ab sofort einer großen Anzahl an Menschen verabreicht wird, um die Sicherheit und Wirksamkeit zu überprüfen. Auch Russland meldet Fortschritte bei der Impfstoffentwickelung. Ein Kandidat wird offenbar an Soldaten getestet. Die russischen Behörden kündigten zudem an, im Spätsommer mit der Massenproduktion zu beginnen. Studien dazu wurden allerdings bisher noch nicht veröffentlicht. Die chinesische Armee berichtet ebenfalls von einem neu entwickelten Impfstoff, der für ein Jahr für den internen Gebrauch zugelassen wurde. Genauere öffentliche Informationen dazu gibt es ebenfalls nicht.

Vitamin D
Grunderkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck haben Einfluss darauf, wie schwer eine Covid-19-Infektion verläuft. Menschen, die an diesen Krankheiten leiden, weisen aber zugleich einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut auf. Daher könnte die Versorgung mit diesem Vitamin beim Krankheitsverlauf eine Rolle spielen, so Hans Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim in Stuttgart. Er kam zu diesem Schluss, nachdem er 30 Studien ausgewertet hatte. Auch Menschen über 65 Jahre leiden häufig unter einem Mangel, da ihr Körper das Vitamin nicht mehr so gut bilden kann. Die wichtigste Quelle für die Bildung von Vitamin D ist übrigens Sonnenlicht. Über die Nahrung kann es meist nicht in ausreichender Form aufgenommen werden. Biesalski empfiehlt daher bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus, den Vitamin-D-Spiegel zu bestimmen. Gleichzeitig gibt es zu bedenken, dass es kein Medikament zur Heilung sei, sondern es nur den Verlauf beeinflussen könnte.

Noch infektiöser
Das Coronavirus ist bereits mutiert. Die neueste Variante befällt menschliche Zellen noch leichter als die Urform aus China. Das geht aus einer Studie von US-For-schern hervor. Labortests zeigten, dass die Fähigkeit, menschliche Zellen zu befallen, mittlerweile drei bis sechsmal höher ist als zu Beginn. „Es sieht so aus, als handelte es sich um ein leistungsfähigeres Virus“, sagte Erica Ollmann Saphire vom La Jolla Institute for Immunology. Am Schweregrad der Erkrankung änderte sich jedoch nichts.

Keine Wirkung
Kurz galt das Arthritis-Mittel Kevzara als hoffnungsvolles Medikament bei der Behandlung von Covid-Patienten. Nun meldeten die Unternehmen Sanofi und Regeneron allerdings, das Mittel eigne sich doch nicht. Die erwünschte Wirkung habe sich in Studien nicht eingestellt.

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Schwere Spätfolgen
Je länger Sars-CoV-2 zirkuliert, umso mehr wird über die Langzeitfolgen bekannt. So zeigte eine Studie aus Italien, dass viele Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, 60 Tage nach Beginn der Erkrankung noch nicht vollständig gesund sind. Obwohl alle Covid-Tests zu diesem Zeitpunkt wieder negativ waren, wiesen nur 12,6 Prozent der 143 Untersuchten keinerlei Symptome mehr auf. Fast die Hälfte beklagten hingegen eine deutlich schlechtere Lebensqualität. Sie litten unter ausgeprägter Müdigkeit und Schwäche, Atemnot sowie Gelenkschmerzen.
Zu den schweren Spätfolgen zählen Nervenschäden und Schlaganfälle. „Wir konnten mehr Patienten mit neurologischen Schäden wie Entzündungen im Gehirn identifizieren als gedacht“, sagte der Forscher Michael Zandi vom University College London. Diese Folgeschäden traten unabhängig von der Schwere der Covid-19-Erkrankung auf. Auch Menschen mit ursprünglich nur leichten Symptomen waren davon betroffen. Ärzte der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf wiesen zudem nach, dass Sars-Cov-2 Herzzellen befallen und sich dort vermehren kann.

Schwangerschaft

Eine Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr ungeborenes Kind ist zwar äußerst selten, kann aber vorkommen, wie Forscher am Antoine-Beclere-Kranken-haus (Frankreich) herausfanden. So wies ein Baby 24 Stunden nach der Geburt plötzlich eine Hirnschwellung und neurologische Symptome auf. Ärzte begannen daraufhin, den Übertragungsweg zu untersuchen. Die höchste Viren-Konzentration fanden sie in der Plazenta, wo es über die Nabelschnur zum Baby gelangte. Die gute Nachricht: Bevor die Ärzte noch mit der Behandlung begannen, besserte sich der Zustand des Neugeborenen. Drei Wochen später war es wieder gesund.

Impfstoff: Phase 3
Laufend gibt es Erfolgsmeldungen über die in Entwicklung befindlichen Impfstoffe. So werden laut WHO derzeit bereits 20 unterschiedliche am Menschen getestet. Diese Phase 3, in der sich diese Impfstoffe befinden, ist die entscheidende. Denn dabei wird an Tausenden Probanden untersucht, ob ein Geimpfter tatsächlich immun und vor einer Infektion geschützt ist. Bisher am weitesten im Forschungsprozess sind Großbritannien und China sowie die USA. Aber auch Abu Dhabi kündigte an, in den kommenden sechs Monaten einen Impfstoff an 15.000 Menschen zu testen.

Hohe Dunkelziffer
Der Großteil der Covid-Erkrankungen blieb in der chinesischen Metropole Wuhan unentdeckt, ergab eine Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature“ publiziert wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass 87 Prozent der Fälle in der Zeit von 1. Jänner bis 8. März nicht registriert wurden. Insgesamt wurden in Wuhan rund 50.000 Infektionen und knapp 4.000 Tote gemeldet.
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Dass sich das Coronavirus - wenn die Bedingungen passen - extrem effektiv ausbreiten kann, zeigt der neueste Covid-Ausbruch auf einem Schiff der Hurtigruten. Schon zu Beginn der Pandemie gab es Hunderte Infizierte auf Schiffen, auf denen viele Menschen auf engem Raum zusammen waren. Ein japanisches Forscherteam bewies nun, dass der Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ mit über 700 Infizierten höchstwahrscheinlich auf einen einzigen Passagier zurückgeht. Darauf deutet eine genetische Analyse hin. Denn diese zeigte, dass alle Coronaviren dieselbe Mutation aufwiesen. Die Ansteckungen seien bei größeren Versammlungen wie Shows, Tanzveranstaltungen oder beim Einkaufen an Bord passiert, so die Wissenschaftler. Auch beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies dürfte ein einziger Infizierter alle Folgeinfektionen ausgelöst haben. Wegen der niedrigen Temperaturen, der konstanten Luftumwälzung durch die Klimaanlage und der schweren körperlichen Arbeit konnten die Viren auf Mitarbeiter in bis zu acht Metern Entfernungen übertragen werden.

Ungeklärte Herkunft
Nach wie vor ist nicht vollständig geklärt, woher Sars-CoV-2 kommt. Am wahrscheinlichsten gilt, dass es in Wuhan von Tieren auf den Mensch übergesprungen ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meinte nun allerdings, es gebe noch erheblichen Aufklärungsbedarf diesbezüglich. So komme in China nicht nur Wuhan als erster Verbreitungsort in Frage, sagte WHO-Experte Michael Ryan. Zwar sei in Wuhan als erstes Alarm geschlagen worden, das bedeute aber nicht auch automatisch, dass dies der erste Ort der Verbreitung gewesen sein muss. Derzeit werde nach wie vor nach dem ersten Covid-Patienten, dem sogenannten Patient null, gesucht. Denn erst dann könne man daran gehen, nach der tierischen Quelle zu suchen, so Ryan.

Spätfolgen
Je länger das Virus zirkuliert, desto mehr wird über die teils gravierenden Langzeitfolgen bekannt. Und das nicht nur bei Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf, warnen nun die deutschen Lungenärzte. Und auch Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing, ist alarmiert: „Ein Teil der Patienten wird langfristig Probleme entwickeln. Ich denke schon, dass wir hier sekundär durch Covid-19 auch neue Krankheitsbilder generieren.“ Zu den bereits bekannten Folgeerkankungen zählen u. a. Schlaganfälle, Psychosen, Beinvenenthrombosen und Schäden an Organen wie Lunge, Herz, Niere und Gehirn.

Risikofaktor Hals
Je dicker der Hals, umso höher das Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-Infektion, zeigten italienische Wissenschaftler. Kritisch scheint dabei ein Halsumfang von mehr als 37,5 Zentimetern bei Frauen und 42,5 Zentimetern bei Männern zu sein.

Quelle
 
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