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Corona-Impfstoff von US-Firma zeigt erste Erfolge

RupertBaer

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Im Wettlauf um einen Impfstoff gegen Covid-19 wartet die US-Biotechfirma Moderna mit ersten klinischen Erfolgen auf und sorgte damit für Optimismus bei Investoren.

Nach wochenlanger Forschung konnte die US-Firma Moderna am Montagnachmittag erste Erfolge auf der Suche nach einem Impfstoff gegen die neuartige Erkrankung Covid-19 vermelden. Bei den ersten acht Patienten konnte durch die Behandlung mit dem eigens entwickelten Impfstoff mRNA-1273 tatsächlich eine Immunisierung erzeugt werden.
Nach Gabe von zwei Dosen mit dem Vakzin sei bei allen Patienten eine Konzentration von Antikörpern erzeugt worden, die mindesten so hoch ist wie bei Patienten, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben – oder sogar noch höher als bei diesen auf natürliche Weise immunisierten Menschen.
Der Impfstoff habe sich dabei als sicher und gut tolerabel erwiesen. Darüber hinaus berichtete Moderna auch von Tierversuchen, bei denen das Vakzin einen kompletten Schutz gegen eine Vermehrung des Virus in den Lungen gezeigt habe.
Das US-Unternehmen sieht sich damit auf dem richtigen Wege mit seiner Impfstoff-Entwicklung und will nun schon im Juli eine große, zulassungsrelevante Phase-III-Studie starten, noch bevor die Phase-II-Studie voll abgeschlossen ist. „Es sind zwar sehr frühe Zwischendaten aus der Phase-I-Studie, aber sie demonstrieren, dass eine Impfung mit mRNA-1273 schon bei einer Dosierung von 25 Mikrogramm eine vergleichbare Immunreaktion auslösen kann wie eine natürliche Infektion”, kommentierte Moderna-Medizin-Chef Tal Zak die Resultate.
Analysten sprachen im Call mit dem Moderna-Management von bemerkenswerten und erstaunlichen Resultaten. Investoren reagierten zum Teil euphorisch. Die Aktie des US-Biotechunternehmens legte in Reaktion auf die Ankündigungen im frühen New Yorker Handel um mehr als 20 Prozent auf Werte um 83 Dollar zu, womit die Marktkapitalisierung von Moderna um rund fünf auf erstmals mehr als 30 Milliarden Dollar stieg. Die deutsche Biontech, die ebenso wie Moderna an einem mRNA-basierten Impfstoff gegen Covid-19 arbeitet, verbuchte am Montag anfängliche Kursgewinne von mehr als drei Prozent.
Moderna hatte in Kooperation mit dem nationalen Institut der USA für Infektionskrankheiten (NIAID) bereits im März einen der ersten klinischen Versuche mit einem speziell für Covid-19 entwickelten Impfstoff-Kandidaten gestartet. Das Unternehmen testet dabei das Vakzin mRNA-1273 in Dosierungen zwischen 25 und 250 Mikrogramm pro Dosis.

Moderna setzt auf mRNA
Gelingt es, die bisherigen Daten in großen Studien zu bestätigen, könnte Moderna womöglich als eines der ersten, oder sogar als das erste Unternehmen einen Covid-Impfstoff im großen Stil anbieten. Mit dem Schweizer Auftragsfertiger Lonza vereinbarte das US-Unternehmen jüngst eine umfangreiche Allianz zur Produktion des Impfstoffs. Im kommenden Jahr wollen beide Unternehmen nach und nach Kapazitäten für bis zu eine Milliarde Dosen aufbauen.
mRNA ist eine Art Gegenstück zur Erbsubstanz DNA und hat im Zellstoffwechsel die Funktion, Geninformationen aus dem Zellkern in Proteine zu übersetzen, und gilt daher auch als eine Art „Software des Lebens“. Diese Rolle macht die Substanz theoretisch zu einem idealen Arzneiwirkstoff, der die Proteinfabriken in den Zellen zur Herstellung jedweder Eiweißmoleküle veranlassen kann.
Die mRNA-Impfstoffe setzen darauf, Körperzellen zur Produktion von einzelnen Eiweißstoffen des Coronavirus anzuregen. Auf diese Proteine wiederum reagiert dann das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern, so dass sich dann auch ein Schutz vor dem Virus ergibt.
Die Technologie ist bisher allerdings noch nicht in der Praxis erprobt. Und bislang gibt es noch keine Zulassungen für solche Impfstoffe oder Medikamente. Sie bietet aber den Vorteil, dass neue Vakzine vergleichsweise schnell generiert werden können und auch kostengünstiger hergestellt werden können.
Diese Vorteile versuchen Firmen wie Moderna und Biontech nun in der Corona-Krise voll zur Geltung zu bringen. An der Entwicklung von mRNA-basierten Impfstoffen arbeiten darüber hinaus auch die Tübinger Curevac und die US-Firma Translate Bio.

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